Manchmal sitzt man als Fußballer nach dem Spiel in der Kabine und hasst seinen Sport irgendwie. So ging es vielleicht auch einigen Kickern des SC 03 Weimar am Samstag-Nachmittag nach dem Spiel gegen Schweina, was man am Ende mit 1:2 verlor.Dabei hatte man im Heimspiel eigentlich viele Dinge richtig gemacht, doch alleine die Tore wollten nicht fallen. Und selbst als man einen erneuten Rückstand wieder ausgleichen konnte, stand man schlussendlich mit leeren Händen da. In der ersten Halbzeit waren beide Angriffsreihen gefährlich, es fehlte jedoch ein wenig die Genauigkeit. Nach dem vermutlich besten Angriff der Weimarer im ersten Durchgang hatte Martin Trinkler die beste Möglichkeit. Über außen zog man in den Strafraum ein und spielte in den Rücken der Abwehr. Trinkler, der überhaupt ein starkes Spiel machte, zielte allerdings aus 14 Metern über den Kasten. Ähnlich lief es beim Abschluss von Johannes Rosenhan aus spitzen Winkel. Auf der Gegenseite brannte es ebenfalls einige Male im Strafraum der Weimarer, doch selten kamen die Gäste zum Abschluss beziehungsweise wurden im letzten Moment noch geblockt. So ging das 0:0 zur Pause eigentlich auch in Ordnung.
Im zweiten Durchgang entwickelte sich mehr und mehr ein Spiel auf ein Tor, nämlich das der Gäste. Die Weimarer um Trainer Michael Junker, der so gut wie möglich versuchte sein Team anzutreiben, versuchten es über die Außen, durch die Mitte und erspielten sich gleich mehrere Großchancen, doch die Kugel wollte einfach nicht rein. Auf der Gegenseite gab es zwischenzeitlich einen Freistoß, der im Winkel eingeschlagen wäre, wenn Chris Feuerstein ihn nicht noch um den Pfosten gelenkt hätte. In der 70. Minute wurden dann Erinnerungen wach an das Hinspiel mit dem späten Elfmeter. Nach einem Laufduell im SC-Strafraum ging ein Spieler der Gäste zu Boden und der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Doch Schweinas Kapitän René Heger zielte links daneben. Wenige Minuten später folgte dann dennoch der Rückschlag. Ein langer Ball zwang Feuerstein aus seinem Kasten und er konnte mit dem Kopf vor dem gegnerischen Angreifer klären. Doch danach gaben die Weimarer den Ball viel zu einfach her und Mohammad Sheikh Dawood schlenzte den Ball aus weiter Ferne in den leeren Kasten.
Als dann fünf Minuten später Stephan Pabst den Bann brach, schien man wenigstens wieder etwas Zählbares mitzunehmen, doch Schweina hatte noch ein letztes Ass oder eher einen Joker im Ärmel. Torjäger Patrick Schellenberg wurde eingewechselt und machte eine Minute später tatsächlich noch den Siegtreffer für die Gäste. Vom Elfmeterpunkt hatte er im Hinspiel in der Nachspielzeit das 4:4 gemacht und wurde nun endgültig zum personifizierten Alptraum für die Lindenberg-Elf.

Quelle: Christian Albrecht / 09.04.18 / TLZ
 
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